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Die Schwangerschaft und Geburt von Quirin

Die Schwangerschaft war der Anfang einer Reise, die mein bzw. unser Leben in eine neue Richtung lenkte. Quirin war und ist mir ein großartiger Begleiter, der mir hilft auf meinen Instinkt/Bauchgefühl zu hören und dadurch öffnen sich immer wieder neue Türen. 

 

Die Schwangerschaft verlief wunderbar, ich war schwanger und nicht krank. Woche für Woche schrieb ich die Veränderungen auf und wie ich mich fühlte. Ich bin zu den regelmäßigen, gynäkologischen Kontrollen gegangen, ohne großartig darüber nachzudenken, denn ich wusste es einfach nicht besser. Ich machte brav die Nackenfaltenmessung und das Organscreening. Beim Organscreening wurde mir gesagt, dass die Harnblase vergrößert ist und dies auch ein Zeichen für eine Behinderung sein könnte. Uns wurden weitere Untersuchungen nahegelegt, die ich dankend ablehnte. Mein Bauchgefühl sagte mir, dass alles in Ordnung ist, unserem Baby geht es gut - darf ein Ungeborenes keine volle Blase haben? Einige Wochen später wurde ich vom Krankenhaus erneut kontaktiert, ob ich dies nun weiter abklären würde. Ich erklärte der Ärztin, dass unser Baby eine volle Blase hatte und alles in Ordnung ist.

 

Warum erzähle ich dir das: Ich wünsche mir einfach von Herzen, dass Frauen ihre Schwangerschaft und Geburt in Liebe erleben dürfen. Angst hat in dieser wundervollen Zeit keinen Platz und keine Technik, kein Gerät auf dieser Welt ersetzt unsere innere Stimme. Alle Emotionen, alle Gedanken und Ängste, die wir als werdende Mutter erfahren, gehen zu unserem Baby über. Ich wünsche mir einen liebevollen Umgang und Respekt. Setz dich für dich und dein Baby ein. Du hast das Recht, selbst zu entscheiden, wo, wie und mit wem du die Zeit der Schwangerschaft und die Erfahrung der Geburt teilen möchtest.

 

Quirins wunderschöne Geburtsreise:

Am Montag, den 17.11.2014 ging ich mit einer lieben Freundin noch eine Runde spazieren, wir hatten beide das Gefühl, dass wir uns heute das letzte Mal "kugelrund" treffen werden.

In der Nacht auf Dienstag, um 3:43 Uhr bin ich mit Rücken- /Kreuzbeinbeschwerden wach geworden, ich ging auf die Toilette und legte mich wieder ins Bett. Ich träumte komische Dinge und wurde wieder wach. Ich setzte mich im Essbereich hin und hörte mir die Regenbogenentspannung an und übte die Ruhe- und Wellenatmung. Ich war nicht sicher, ob dies nun der Geburtsbeginn ist oder nicht. Ich konnte die Wellen wunderbar veratmen.

 

Ich legte mich von 5:00 - 5:45 Uhr in die Badewanne um zu schauen, ob die Wellen weniger werden oder an Intensität zu legen. Es waren Kreuzbeinbeschwerden, sie gingen und kamen, als Geburtswellen habe ich sie zu diesem Zeitpunkt noch nicht wahrgenommen. Um 6:00 Uhr musste ich erbrechen und es löste sich der Schleimpfropf. Jetzt wusste ich, dass die Reise gestartet hatte. Ich weckte um kurz nach 6:00 Uhr meinen Ehemann mit den Worten, dass er jetzt aufstehen sollte, dieser meinte nur, dass er heute länger schlafen darf und nicht so früh in die Arbeit müsse - ich gab ihm dann doch zu verstehen, dass sich unser Baby auf den Weg macht. Er ging noch unter die Dusche während ich versuchte meine Antithrombosestrümpfe anzuziehen, 3 Wellen und an hatte ich sie. Um 7:00 Uhr sind wir bei Schneefall losgefahren, und viele andere auch in die Arbeit - Wellen alle 7 min, auf der Autobahn alle 4 bis 2 min - rechts überholen kann in diesem Fall sehr hilfreich sein. Ich atmete und visualisierte mir eine öffnende Blüte (hilfreich für die Eröffnung des Muttermundes).

 

Wir sind um 7:30 Uhr im Krankenhaus angekommen, der Muttermund war bereits komplett geöffnet, der Kopf war jedoch noch nicht im Becken. Nach der CTG-Kontrolle stellte ich mich im Kreißsaal an die Sprossenwand, ich hatte ständig das Gefühl in aufrechter Position zu bleiben. Die Hebamme riet mir auf die Toilette zu gehen, ich wusste nicht wofür dies gut sein sollte, denn ich verspürte keinen Harndrang. Heute weiß ich, wie wichtig es ist zu trinken und auf die Toilette zu gehen (Druck auf Zervix, Beckenboden wird gedehnt). Auf der Toilette ist ein Teil des Fruchtwassers ausgetreten und ich dachte der Kopf wäre bereits unten. Ich war überzeugt, dass ich es nicht mehr in den Kreißsaal schaffe und unser Kind auf der Toilette bekomme. Doch die Hebamme überredete mich in den Kreißsaal zurückzugehen und ich legte mich für 2 Wellen in Seitenlage und siehe da, der Kopf rutschte mit einem Blop ins Becken. 

 

Ich verspürte nun einen starken Drang nach unten und ich wollte in diesem Moment nicht mehr (typisches Zeichen, dass das Baby gleich da sein wird). Ich wechselte in den 4-Füßlerstand - meine innere Stimme sagte mir, dass ich in aufrechter Position bleiben soll und mit der Schwerkraft arbeiten soll. Es waren unglaubliche 4 Wellen und da war er, der wohl unglaublichste Moment in unserem Leben. Unser Baby surfte mit dem restlichen Fruchtwasser ins Leben.