Langzeit- und Tandemstillen

Langzeit- und Tandemstillen

Ich bin wie ich bin. Und das ist gut so.

Wenn es um das Thema Stillen geht, soll jeder selbst entscheiden, welcher Weg der Richtige ist. Bei uns hat es sich so ergeben, dass ich nun seit circa 6 Jahren stille.

Mit der Geburt unseres ersten Sohnes Quirin im Jahr 2014 begann die Stillzeit. Die Dauer unserer Stillzeit wollte ich dem Kleinen überlassen. Ich war davon überzeugt, dass er keine Muttermilch mehr benötigt, wenn er körperlich und emotional soweit war.

Ich bin so unendlich dankbar, dass es von Anfang an so gut geklappt hat. Je länger unsere Stillbeziehung dauerte, desto bewusster wurde mir, wie wichtig Muttermilch ist. Es ist so viel mehr als nur Nahrungsaufnahme. Es bedeutet Zuneigung, Kuscheln, Bindung/Nähe und noch einiges mehr. War er krank oder am Zahnen, die Muttermilch war die beste Hilfe.

Es gab natürlich auch Höhen und Tiefen. Momente, in denen ich nicht mehr wollte. Wenn eine komplett neue Situation auf Quirin zukam, war er gefühlt ständig an der Brust. Es war sehr anstrengend, doch ich fühlte, dass es sich lohnen würde. Es war auch für meinen Ehemann nicht immer leicht, dass ich so lange stillte. Doch mein Gefühl sagte mir, dass unser kleiner Schatz es noch braucht und so beschloss ich, mich nicht mehr stressen zu lassen. Ich ließ es auf uns zukommen.

Mit ungefähr 3 Jahren trank Quirin nur noch am Abend vor dem Einschlafen und manchmal morgens.

Ich stillte auch in der Schwangerschaft weiter. Die Milchmenge ging vermutlich zurück und das Trinken war aufgrund schmerzender Brustwarzen nur an der rechten Seite möglich. Aber Quirin war auch damit glücklich.

Nach der Geburt unseres 2. Sohnes stillte ich beide (Tandemstillen). Quirin wollte die ersten Tage auch wieder vermehrt an die Brust. Dies legte sich aber nach ein paar Tagen wieder. Ich hatte plötzlich das Gefühl, dass es jetzt Zeit ist Quirin abzustillen. Mein Ehemann überzeugte mich, dass ich noch ein wenig warten soll, denn wenn ich Quirin plötzlich die Muttermilch verweigere, könnte es zu Eifersuchtsszenen kommen. Ich beschloss weiterhin beide zu stillen und erklärte Quirin, dass genug für beide da ist. Es hat wenige Wochen gedauert und dann erklärte mir Quirin mit ca. 3,5 Jahren, dass er jetzt ein großer Junge ist und keine “Mama- bzw. Papa-Muh” mehr braucht. Ab und an wollte Quirin wieder ein Schlückchen probieren, doch es klappte nicht mehr. Er sagte dann immer, dass Vincent alles leer getrunken hat. Ich bin davon überzeugt, dass das Tandemstillen nicht nur zwischen mir und den Kindern, sondern auch zwischen den beiden die Nähe und Verbundenheit gestärkt hat.

Wenn ich heute über die lange Stillbeziehung nachdenke, bin ich glücklich, dass wir diesen Weg gewählt haben.

Vincent ist jetzt 2,5 Jahre alt, er isst am Tisch und wird noch gestillt.

Während ich diesen Zeilen schrieb, dachte ich darüber nach, was das Stillen aus mir bzw. mit mir macht. Stillen ist nicht nur für unsere Kinder wichtig. Nein, es gibt auch mir neue Kraft in einem turbulenten Tag inneren Frieden und Ruhe zu finden. Ich darf in diesem Moment der Verbundenheit und Liebe STILL halten, entspannen, atmen und mich mit der Urquelle verbinden. Ich genieße dieses Gefühl von Liebe und Vollkommenheit. STILLEN ist die KRAFTQUELLE für Mama und Kind.

Ich habe nach diesem Bericht eine Meditation für stillende Mamas geschrieben, denn Stillen ist so viel mehr. Gönn dir deine tägliche Entspannung im Alltag mit Baby. Diese Meditation ist ein Teil des Bonusmaterials meiner Kurse.

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Mein Weg

Ich bin aus tiefstem Herzen und mit voller Überzeugung und wie mein Ehemann immer sagt: Nicht wie 99% der Gesellschaft.

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