Babyschlaf

Babys brauchen auch Nachts Nähe und Liebe.

Auch wenn es um das Thema schlafen geht, sehen wir deutlich unsere Prägung. In der westlichen Kultur haben wir die Vorstellung, dass Kinder oder bereits Babys von uns beim Schlafen getrennt werden. Viele von uns durften diese Nähe nie erfahren und wurden bereits mit wenigen Wochen oder gleich nach der Geburt in ein Kinderbett gelegt. Mit der Einsamkeit mussten wir dabei selber und alleine fertig werden. Viele haben das Gefühl des Alleinegelassenseins tief verankert. Sollen unsere Kinder das Gleiche erleben?

Es ist traurig aber wahr. Vielmals werden Babys nicht nur in ein einsames Bett, sondern sogar in ein anderes Zimmer gegeben. Die Babys und Kinder brauchen unsere Nähe und Liebe – Tag und Nacht! Je weniger wir gegen das angeborene Bedürfnis nach Nähe ankämpfen, desto entspannter sind auch unsere Nächte. Es spricht doch nichts dagegen, sein Baby in den Schlaf zu stillen, zu tragen, zu kuscheln und mit ihm in einem Bett zu schlafen. Alles was dem Baby hilft gut zu schlafen, kommt auch euch Eltern zugute. Verwöhnen ist so unmöglich!

Geh nicht nach irgendwelchen Schlaflernprogrammen vor die auf Kosten deines Babys funktionieren. Es geht um dein Kind. Der Moment in dem das Baby allein in seinem Bettchen liegt und die Erfahrung macht alleine gelassen zu werden, es weint und keiner kommt ist für mich eine furchtbare Vorstellung. Es schreit laut und wird immer verzweifelter und jemand kommt und schaut kurz rein und geht wieder. Das Baby weint und schreit noch lauter und keiner kommt, bis das Baby irgendwann erschöpft und resigniert aufgibt.

Ein Baby braucht auch nachts die Nähe, da es noch kein Zeitgefühl hat. Wenn alle paar Minuten jemand nach ihm schaut, lindert es die Verzweiflung und Angst kein bisschen. Den Schutz, den Hautkontakt und den Lebensimpuls der Mama soll das Baby auch außerhalb des Mutterleibes erfahren dürfen.

Wie lange darfst du dein Baby nachts bei dir haben?

Wenn du eine vertrauensvolle Beziehung zu deinem Kind behalten willst warte damit, bis dein Kind selbst bereit dazu ist. Mache dich früh frei von allen Vorstellungen, wann dein Baby was zu können hat. Nimm die Situation an wie sie ist und wähle den Weg, der für euch als ganze Familie am besten ist.

Meine eigene Erfahrung

In der ersten Schwangerschaft haben wir voller Begeisterung das Kinderzimmer eingerichtet und besorgten zusätzlich ein Beistellbett für die erste Zeit nach der Geburt. Ich machte mir keine Gedanken über die Grundbedürfnisse eines Babys. Später als Mama wurde mir vieles erst so richtig bewusst.

Das Beistellbett hat als Dekoration neben dem Elternbett seinen Platz gefunden, denn darin geschlafen hat niemand. Wir haben nach ein paar Wochen versucht Quirin in sein Gitterbett in seinem Zimmer zu legen. Ich legte ihn nach dem Stillen, wenn er eingeschlafen war, in sein Bettchen. Dann legte ich mich in mein Bett. Ich stand in der Nacht mehrmals mühsam auf um zu stillen, es war mehr als unpraktisch und unnatürlich. Ich fühlte mich schrecklich dabei dieses kleine Wesen so ganz alleine in sein Bettchen zu legen und zurücklassen zu müssen.

Ich holte ihn gleich beim nächsten Stillen wieder in unser Bett. Ich fühlte mich einfach wohler, wenn er in meiner Nähe war. Als unser 2. Sohn Vincent geboren wurde, lagen wir zu viert im Bett. Es war sehr eng und mein Ehemann Christian, der tagsüber seine Leistung bringen sollte, war total kaputt. Er kam einfach nicht zur Ruhe. So beschlossen wir im Kinderzimmer ein großes Bett aufzustellen und seitdem schlafe ich mit beiden Kindern in diesem Bett. Das nächtliche Stillen ist so viel einfacher und entspannter, wenn das Baby gleich daneben liegt. Es erspart unnötiges Weinen, ermöglicht ein rasches Weiterschlafen und alle bekommen ihren Schlaf und die nächtliche Ruhe, die gebraucht wird.

 

Ich möchte noch erwähnen, dass wir uns beim ersten Kind kurz mit Ratgebern (nicht mit Schlaflernprogrammen) beschäftigt haben, bis wir beschlossen, dass es viel wichtiger ist, auf unsere Herzen zu hören und unseren eigenen gemeinsamen Weg zu finden.