Wochenbett

Die erste Zeit nach der Geburt. Kein anderes Ereignis setzt so viel Lebens- und Liebeskraft frei, wie die Geburt.

Das Wochenbett, auch „Babymoon“ genannt, ist die erste Zeit nach der Geburt. Genieße diese prägende Zeit mit deinem Baby. Es ist anders als alles was du zuvor erlebt hast. Du und dein Baby dürft gemeinsam ganz im Leben ankommen. Dieses Gefühl der Verbundenheit begleitet euch für den Rest eures Lebens. Die ersten Tage sind so wichtig um einander menschlich kennenzulernen. Nehmt euch als Familie die Zeit die ihr braucht. Sie ist ein Geschenk und gehört nur euch. Dabei wird die meiste Zeit tatsächlich in und auf dem Bett verbracht. Du darfst langsamer werden, die körperlichen Aktivitäten werden stark heruntergeschraubt und die intensive erste Zeit als Familie genossen.

Heidi Kaiser

Das werde ich oft gefragt

Nicht ohne Grund heißt es WOCHENBETT. Idealerweise dauert es ganze acht Wochen. Letztendlich ist es natürlich immer eine persönliche Entscheidung, wie viel Zeit man sich dafür nehmen möchte. Aber zumindest das sogenannte Früh-Wochenbett sollte jede Mama mit ihrem Baby wahrnehmen. Dies beginnt am ersten Tag nach der Geburt und dauert zehn Tage.

Das Wochenbett ist ein Geschenk für euch beide, du darfst langsamer werden und du musst nicht funktionieren. Die erste Zeit nach der Geburt ist für dich und dein Kind besonders wichtig, um in Ruhe anzukommen und einen gemeinsamen Fluss zu finden. Das Wochenbett bietet die optimale Atmosphäre, um die intensive Nähe zwischen euch beiden zu spüren und zu genießen. Du kannst deine Routine beim Stillen entwickeln. Und auch dein Partner hat nun ausgiebig die Möglichkeit die kleine Persönlichkeit kennenzulernen. Dazu kommt, dass eine Geburt immer eine körperliche und seelische Herausforderung ist. Das Wochenbett dient deshalb auch zur Erholung und Regenerierung und es fördert die Rückbildung und die Heilung. Und nicht zuletzt unterstützt das Wochenbett auch dabei die zukünftige Rollenverteilung in der Familie besser zu koordinieren, beziehungsweise dabei zuzusehen, wie sie sich von ganz allein entwickelt.

Wichtig ist viel Haut-an-Haut-Kontakt mit dem Baby, um die Bindung zwischen Eltern und Baby zu stärken. Achte darauf, dass deine Bedürfnisse erfüllt werden. Es gibt Dinge, die können einfach mal hinten angestellt werden. Du musst nicht funktionieren. Gönne dir die Ruhe und Zeit zum Schlafen, lass dich mit einer ausgewogenen Ernährung verwöhnen. Du kannst die Entspannungstechniken die du in meinem Kurs erlernt hast, anwenden.

Höre Entspannungsmusik, Meditationen und du kannst für einige Momente innehalten und die Ruheatmung anwenden. Du wirst sehen: dein Baby erkennt diese Momente die ihr in der Schwangerschaft gemeinsam erlebt habt, wieder. Es hilft deinem Baby anzukommen.

Nimm die Hilfsangebote von Familie und Freunden an. Das freut sie und du hast mehr Zeit, um die Zweisamkeit mit deinem Baby zu genießen. Höre auf deine innere Stimme.

Eine Hebamme kann im Wochenbett eine große Stütze sein. Sie gibt neben der emotionalen Unterstützung das Gefühl von Sicherheit und achtet auf dein körperliches und seelisches Befinden, die Rückbildungsvorgänge, die Heilung und den Wochenfluss. Sie achtet beim Baby auf die Entwicklung und das Wachstum. Sie steht dir bei Fragen und beim Einüben des Stillens und bei Stillproblemen unterstützend zur Seite.

Vor dem Wochenbett

Mach dir gemeinsam mit deinem Partner schon während der Schwangerschaft Gedanken wie du dein Wochenbett gestalten möchtest.

Ein paar Fragen, die ihr euch gemeinsam stellen könnt:

Es macht wenig Sinn alle Haushaltsaufgaben auf deinen Partner abzuwälzen. Schließlich soll er ja auch genügend Zeit zum Kuscheln haben. Vereinfache deinen Alltag, um nur die Grundbedürfnisse zu erfüllen. Mein Ehemann erledigte nur das Nötigste – Kuscheln und Essen standen im Vordergrund.

Es ist verständlich, dass alle engen Freunde und Verwandte das neue Familienmitglied kennenlernen möchten. Aber im Wochenbett stehen nun einmal dein Baby, du, dein Partner und eventuell die Geschwister im Mittelpunkt.

Die Besucher möchten das Baby gerne halten, doch bedenke, dass dein Kind eine enorme Anpassung zu leisten hat. Es muss mit dem Geruch und der Berührung der Eltern vertraut werden und sich auf die neue Umgebung einrichten.

Wir haben nach 3 Tagen den ersten Besuch empfangen. Einen Besuch pro Tag für kurze Zeit und zusätzlich haben wir den Besuch auch darum gebeten, dass er Essen mitbringt. Du kannst auch Essen vorkochen und einfrieren. Die ganze Aufmerksamkeit sollte auf dein Kind und die Anpassung an seine neue Welt gerichtet sein.

Keine Sorge

Punkte, die in der Zeit des Wochenbettes hilfreich sein könnten:

  • Während des „Babymoons“ kannst du dich wunderbar und in Hochstimmung fühlen, aber manchmal auch traurig und schlecht. Die Hormone im Körper, welche die Schwangerschaft unterstützt haben, nehmen nun schnell ab, während die Hormone, welche die Milchbildung unterstützen, zu arbeiten beginnen. Diese Veränderungen können dich für eine Zeit sehr empfindsam und emotional machen.
  • Kurz nach der Geburt bemerken manche Frauen ein Ziehen im Unterbauch, wenn sie ihr Baby stillen. Sie empfinden dann Ähnliches wie während oder kurz vor der Periode. Das sind die sogenannten Nachwehen. Die Gebärmutter zieht sich zusammen, um in ihren ursprünglichen Zustand zurückzukehren.
  • Das Zusammenziehen der Gebärmutter ist auch aus einem anderen Grund sehr wichtig. Während der Geburt hat die Ablösung der Plazenta eine Wunde in der Gebärmutter hinterlassen. Diese ist verantwortlich für den Wochenfluss der Frau. Zieht sich die Gebärmutter dank Muskelarbeit zusammen sorgt sie dafür, dass die Wunde immer kleiner wird und der Wochenfluss abnimmt. Nach 6 – 8 Wochen hat die Gebärmutter ihre alte Größe zurück und der Wochenfluss versiegt.
    Stillen beeinflusst den Wochenfluss positiv. Durch das Stillen schüttet der Körper Oxytocin aus. Oxytocin regt die Gebärmutter dazu an sich zusammenzuziehen und die Heilung der Wunde zu unterstützen.
  • Auch Frauen die einen Kaiserschnitt hatten, haben Nachwehen und den Wochenfluss. Häufig haben Frauen, die schon mehrere Kinder auf die Welt gebracht haben, unter Nachwehen zu leiden.
Wochenbett

Auch wenn es manchmal schwer vorstellbar erscheinen mag: Du wirst bald erkennen, dass diese ersten Monate viel zu schnell vorübergehen. Die Einstellung, die du in den ersten Wochen einnimmst, wird dir bei späteren Herausforderungen helfen. Dein Baby benötigt Fürsorge, Führung und Liebe, damit es diese Reise erfolgreich bestehen kann.